Wirtschaftsbericht

Unternehmensumfeld

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Erholung der Weltwirtschaft setzte sich trotz erneuter pandemiebedingter Beeinträchtigungen fort. Die Unterschiede in der konjunkturellen Dynamik zwischen den Ländern nahmen jedoch zu. Insbesondere Länder mit hoher Impfquote verzeichneten zunehmend eine wirtschaftliche Normalisierung. Gemäß Angaben des Statistischen Amts der Europäischen Union reduzierte sich das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euroraum im ersten Quartal 2021 um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Ersten Schätzungen zufolge wird für das zweite Quartal 2021 wieder mit einem Wachstum von 2,0 Prozent gerechnet.

Auch die deutsche Wirtschaft profitierte zur Jahresmitte von der schrittweisen Rücknahme der zur Eindämmung der Corona-Pandemie getroffenen Maßnahmen. Das reale BIP sank im ersten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorquartal um 2,1 Prozent. Im zweiten Quartal 2021 wuchs das reale BIP gemäß ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamts um 1,6 Prozent.

Die französische Wirtschaft stabilisierte sich in den ersten Monaten des Jahres 2021. Nach Angaben des Statistischen Amts Insee betrug die reale BIP-Entwicklung im ersten Quartal 2021 noch 0,0 Prozent, während das reale BIP im zweiten Quartal 2021 um 0,9 Prozent zulegte.

In Großbritannien litt die Wirtschaft unter den weitgreifenden Corona-Beschränkungen der ersten Jahreshälfte 2021. Das reale BIP reduzierte sich um 1,6 Prozent im ersten Quartal 2021. Im zweiten Quartal 2021 wuchs das reale BIP um 4,8 Prozent.

Der Wachstumskurs in den USA setzte sich fort. Das reale BIP wuchs im ersten Quartal 2021 mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 6,3 Prozent. Im zweiten Quartal 2021 nahm das reale BIP nach ersten Berechnungen des Bureau of Economic Analysis annualisiert um 6,5 Prozent zu.

Die bisherigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen liegen im Wesentlichen im Bereich der im zusammengefassten Lagebericht 2020 erwarteten Tendenz für das laufende Jahr.

Entwicklung relevanter Märkte

Die europäischen TV-Werbemärkte verzeichneten im ersten Halbjahr 2021 ein starkes Wachstum. Die Streaming-Märkte in Deutschland und den Niederlanden wuchsen ebenfalls stark.

Die Märkte für gedruckte Bücher zeigten in den USA, in Großbritannien sowie im spanischsprachigen Raum ein starkes Wachstum, während in Deutschland ein moderates Wachstum zu beobachten war. Der Markt für E-Books war in den USA stabil und verzeichnete dagegen in Großbritannien ein moderates Wachstum. In beiden Ländern zeigte der Markt für digitale Hörbücher wiederum ein starkes Wachstum.

Der deutsche Zeitschriftenmarkt war im ersten Halbjahr 2021 durch stabile Printanzeigen- und moderat rückläufige Vertriebserlöse gekennzeichnet. Der relevante Digitalmarkt verzeichnete ein deutliches Wachstum.

Die weltweiten Musikverlagsmärkte verzeichneten ein moderates Wachstum. Die weltweiten Tonträgermärkte wuchsen stark, wobei starkes Streaming-Wachstum den deutlichen Rückgang bei physischen Tonträgern überkompensierte.

Die für Arvato relevanten Dienstleistungsmärkte zeigten im ersten Halbjahr 2021 insgesamt ein deutliches Wachstum.

Die relevanten Tiefdruckmärkte in Deutschland, Frankreich und Großbritannien entwickelten sich in den ersten sechs Monaten 2021 stark rückläufig, die entsprechenden Offsetmärkte moderat rückläufig. Der nordamerikanische Buchdruckmarkt verzeichnete ein starkes Wachstum.

Die US-amerikanischen Bildungsmärkte sind im Berichtszeitraum in den für Bertelsmann relevanten Marktsegmenten Training im Gesundheitswesen, E-Learning im Bereich Technologie sowie Hochschulbildung moderat bis stark gewachsen.

Die bisherigen Entwicklungen der relevanten Märkte liegen insgesamt über der im zusammengefassten Lagebericht 2020 erwarteten Tendenz für das laufende Jahr.

Wichtige Ereignisse des laufenden Geschäftsjahres

Im März 2021 gab RTL Deutschland eine verbindliche Vereinbarung mit seinem ehemaligen Joint-Venture-Partner The Walt Disney Company über den Erwerb der ausstehenden 50 Prozent der Anteile an Super RTL bekannt. Die Transaktion wurde von den deutschen und österreichischen Wettbewerbsbehörden genehmigt und am 1. Juli 2021 abgeschlossen. Der Anteil der RTL Group an Super RTL beträgt seitdem 100 Prozent.

Im April 2021 veräußerte die RTL Group ihre Anteile an ihrer Tochtergesellschaft SpotX an das US-amerikanische Ad-Tech- Unternehmen Magnite. Die RTL Group erhielt 585 Mio. € in Barmitteln sowie 12,4 Mio. Magnite-Aktien.

Anfang Mai 2021 wurde Núria Cabutí, CEO der spanischsprachigen Buchverlagsgruppe Penguin Random House Grupo Editorial, mit Wirkung zum 1. Juni 2021 neu in den Aufsichtsrat von Bertelsmann berufen. Sie wird dem Kontrollgremium in ihrer Funktion als Vertreterin der Bertelsmann-Führungskräfte angehören. Núria Cabutí folgt in dieser Aufgabe auf Ian Hudson, der nach seinem Ausscheiden aus dem Konzern im März 2020 auch den Aufsichtsrat verlassen hatte.

Im Mai 2021 gaben die Groupe TF1, die Groupe M6, die Groupe Bouygues und die RTL Group bekannt, dass sie Vereinbarungen unterschrieben haben, ab sofort exklusive Verhandlungen zur Fusion von Groupe TF1 und Groupe M6 aufzunehmen. Die geplante Kombination wurde jeweils einstimmig von den Verwaltungsräten der vier betroffenen Gruppen genehmigt. Im Juli 2021 unterzeichneten die Groupe Bouygues und die RTL Group nach den befürwortenden Stellungnahmen der französischen Arbeitnehmervertretungen die Verträge über den Zusammenschluss. Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden sowie der jeweiligen außerordentlichen Hauptversammlungen der Groupe TF1 und der Groupe M6. Der Abschluss der Transaktion ist bis Ende des Jahres 2022 vorgesehen.

Mit Wirkung zum 31. Mai 2021 verkaufte Gruner + Jahr sein französisches Tochterunternehmen Prisma Media an den französischen Medienkonzern Vivendi. Die beiden Unternehmen hatten im Dezember 2020 exklusive Verkaufsgespräche aufgenommen und zum Jahresende 2020 eine Put-Option über den Verkauf von Prisma Media unterzeichnet.

Im Juni 2021 gab die RTL Group bekannt, ihre Sender und angeschlossenen Mediengeschäfte in den Niederlanden mit Talpa Network zu einer nationalen Mediengruppe zusammenzuführen. Talpa Network bringt TV-, Radio-, Print-, Digital-, E-Commerce- und andere Vermögenswerte ein und erhält dafür einen 30- prozentigen Anteil an dem erweiterten Unternehmen RTL Nederland. Die RTL Group wird die verbleibenden 70 Prozent der zusammengeführten Gruppe halten und weiterhin die Kontrolle über RTL Nederland ausüben. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden. Der Abschluss der Transaktion wird für die erste Jahreshälfte 2022 erwartet.

Ebenfalls im Juni 2021 gab die RTL Group den geplanten Verkauf ihrer belgischen Sendergruppe RTL Belgium an die belgischen Medienunternehmen DPG Media und die Groupe Rossel bekannt. Der Verkauf steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden. Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal 2021 erwartet.

Ertragslage

Umsatzentwicklung

Der Konzernumsatz wuchs im ersten Halbjahr 2021 um 10,7 Prozent auf 8.691 Mio. € (H1 2020: 7.848 Mio. €). Bereinigt um Wechselkurseffekte von -2,8 Prozent (H1 2020: 0,2 Prozent) sowie Portfolio- und sonstige Effekte von -3,1 Prozent (H1 2020: -1,2 Prozent) verbesserte sich das organische Umsatzwachstum auf 16,6 Prozent nach einem organischen Umsatzrückgang von 7,9 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Der Umsatz der RTL Group erholte sich weitgehend verglichen mit dem stark von der Corona-Pandemie geprägten Vorjahreszeitraum. Für den Umsatzanstieg ausschlaggebend war dabei die positive Entwicklung insbesondere von Fremantle, RTL Deutschland, Groupe M6 und RTL Nederland. Der Umsatz von Penguin Random House erhöhte sich in allen Territorien, allen voran im US-Geschäft. Gruner + Jahr erzielte ein Umsatzplus durch wachsende Digitalaktivitäten bei gleichzeitiger Erholung des Printanzeigen- und Vertriebsgeschäfts. Auch BMG konnte im Berichtszeitraum den Umsatz steigern und profitierte weiterhin vom Wachstum im Musikstreaming. Arvato steigerte den Umsatz im Wesentlichen aufgrund des positiven Geschäftsverlaufs des Customer-Experience- Unternehmens Majorel sowie der Supply Chain Solutions. Der marktbedingte Umsatzrückgang der Bertelsmann Printing Group setzte sich fort. Die Bertelsmann Education Group verzeichnete einen durch Wechselkurs- und Portfolioeffekte bedingten Umsatzrückgang und wuchs auf organischer Basis. Beteiligungen von Bertelsmann Investments werden in der Regel nicht vollkonsolidiert, sodass überwiegend kein Umsatzausweis für diesen Unternehmensbereich erfolgt.

In der geografischen Umsatzverteilung ergaben sich nachfolgende Veränderungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatzanteil in Deutschland lag bei 30,3 Prozent im Vergleich zu 32,0 Prozent im ersten Halbjahr 2020. Auf die Geschäfte in Frankreich entfiel ein Umsatzanteil von 11,4 Prozent (H1 2020: 11,3 Prozent). In Großbritannien belief sich der Umsatzanteil auf 6,6 Prozent (H1 2020: 6,2 Prozent), während die übrigen europäischen Länder einen Umsatzanteil von 20,0 Prozent (H1 2020: 18,8 Prozent) erreichten. Der Anteil der USA am Gesamtumsatz lag bei 24,6 Prozent (H1 2020: 25,5 Prozent), in den sonstigen Ländern wurde ein Anteil von 7,1 Prozent (H1 2020: 6,2 Prozent) erwirtschaftet. Damit erhöhte sich der Anteil des Auslandsgeschäfts am Gesamtumsatz auf 69,7 Prozent (H1 2020: 68,0 Prozent). Das Verhältnis der vier Erlösquellen (Produkte und Waren, Werbung und Anzeigen, Dienstleistungen, Rechte und Lizenzen) zueinander veränderte sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 leicht. Aufgrund der Erholung der werbefinanzierten Geschäfte nach dem coronabedingten Nachfragerückgang erhöhte sich der Anteil von Werbung und Anzeigen.

Operating EBITDA

Im Berichtszeitraum erhöhte sich das Operating EBITDA um 423 Mio. € auf 1.417 Mio. € (H1 2020: 994 Mio. €). Der starke Anstieg ist neben einer positiven Geschäftsentwicklung in den Buchverlags- und Dienstleistungsgeschäften auch auf die anhaltende Erholung der werbefinanzierten Geschäfte zurückzuführen. Die EBITDA-Marge stieg auf 16,3 Prozent nach 12,7 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das Operating EBITDA der RTL Group erholte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Anstieg ist insbesondere auf Ergebnisverbesserungen bei der französischen Groupe M6, RTL Nederland und Fremantle zurückzuführen. Zum gestiegenen Operating EBITDA von Penguin Random House trugen alle Territorien bei, insbesondere jedoch die US-Geschäfte. Gruner + Jahr erzielte ebenfalls einen Zuwachs im operativen Ergebnis. BMG verzeichnete ein stabiles Operating EBITDA. Das Operating EBITDA von Arvato erhöhte sich angesichts der anhaltend positiven Entwicklung beim Customer-Experience-Unternehmen Majorel sowie im Bereich Supply Chain Solutions. Auch das Ergebnis der Bertelsmann Printing Group legte zu und erholte sich von den zusätzlichen Belastungen infolge der Corona-Pandemie. Das Operating EBITDA der Bertelsmann Education Group stieg ebenfalls im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Beteiligungen von Bertelsmann Investments werden in der Regel nicht vollkonsolidiert, sodass überwiegend kein operativer Ergebnisausweis für diesen Unternehmensbereich erfolgt.

Operating EBITDA

in Mio. €1. Halbjahr 20211. Halbjahr 2020
EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern)1.929805
Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte424438
Korrektur um in Sondereinflüssen enthaltene Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte-9-2
Sondereinflüsse-927-247
davon: RTL Group-726
davon: Penguin Random House86
davon: Gruner + Jahr-3912
davon: BMG31
davon: Arvato6-262
davon: Bertelsmann Printing Group2026
davon: Bertelsmann Education Group-4-7
davon: Bertelsmann Investments-194-27
davon: Corporate-14
Operating EBITDA1.417994

Sondereinflüsse

Die Sondereinflüsse beliefen sich insgesamt auf 927 Mio. € (H1 2020: 247 Mio. €). Sie setzten sich zusammen aus Wertminderungen auf sonstige Finanzanlagen zu fortgeführten Anschaffungskosten von -1 Mio. € (H1 2020: -1 Mio. €), Anpassung der Buchwerte der zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte von -4 Mio. € (H1 2020: –), einem Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen von 794 Mio. € (H1 2020: 341 Mio. €), Bewertungen von Beteiligungen zum beizulegenden Zeitwert von 197 Mio. € (H1 2020: 60 Mio. €) sowie Restrukturierungsaufwendungen und weiteren Sondereinflüssen von insgesamt -59 Mio. € (H1 2020: -88 Mio. €). Im ersten Halbjahr 2021 enthielten die Sondereinflüsse keine Wertminderungen auf at-equity bilanzierte Beteiligungen nach -65 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg beim Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen ist im Wesentlichen auf die Veräußerung des Ad-Tech- Unternehmens SpotX zurückzuführen.

EBIT

Ausgehend vom Operating EBITDA ergab sich nach Einbeziehung der Sondereinflüsse in Höhe von 927 Mio. € (H1 2020: 247 Mio. €) sowie der nicht in den Sondereinflüssen enthaltenen Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte in Höhe von -415 Mio. € (H1 2020: -436 Mio. €) im Berichtszeitraum ein EBIT von 1.929 Mio. € (H1 2020: 805 Mio. €).

Konzernergebnis

Das Finanzergebnis belief sich auf -155 Mio. € (H1 2020: -184 Mio. €). Der Steueraufwand lag bei -406 Mio. € nach -133 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Die Abweichung ist im Wesentlichen auf das verbesserte Ergebnis vor Steuern zurückzuführen. Das Konzernergebnis erhöhte sich somit auf 1.368 Mio. € (H1 2020: 488 Mio. €). Der Anteil der Bertelsmann-Aktionäre am Konzernergebnis lag bei 1.052 Mio. € (H1 2020: 386 Mio. €). Der Anteil der nicht beherrschenden Anteilseigner am Konzernergebnis belief sich auf 316 Mio. € (H1 2020: 102 Mio. €).

Finanz- und Vermögenslage

Finanzierungsgrundsätze

Das übergeordnete finanzpolitische Ziel von Bertelsmann ist die Gewährleistung eines ausgewogenen Verhältnisses von Finanzierungssicherheit, Eigenkapitalrentabilität und Wachstum. Dazu richtet der Konzern seine Finanzierung an den Anforderungen eines Credit Rating der Bonitätsstufe „Baa1/BBB+“ und den damit verbundenen qualitativen und quantitativen Kriterien aus. Rating und Transparenz gegenüber dem Kapitalmarkt leisten einen bedeutenden Beitrag zur finanziellen Sicherheit und Unabhängigkeit des Unternehmens.

Entsprechend der Konzernstruktur erfolgt die Kapitalallokation zentral über die Bertelsmann SE & Co. KGaA, die die Konzerngesellschaften mit Liquidität versorgt und die Vergabe von Garantien und Patronatserklärungen für Konzerngesellschaften steuert. Der Konzern optimiert hierüber seine Kapitalbeschaffungs- und Anlagemöglichkeiten.

Die finanzielle Steuerung bei Bertelsmann erfolgt nach quantifizierten Finanzierungszielen, die sich an der wirtschaftlichen Verschuldung und mit abgeschwächter Bedeutung an der Kapitalstruktur orientieren. Zu den Finanzierungszielen gehört ein dynamischer Verschuldungsgrad (Leverage Factor), der sich aus dem Verhältnis der wirtschaftlichen Schulden zum Operating EBITDA über einen 12-Monats-Zeitraum ergibt und den definierten Wert von 2,5 nicht dauerhaft überschreiten sollte. Das Operating EBITDA (12 Monate) betrug per 30. Juni 2021 3.551 Mio. €. Die wirtschaftlichen Schulden sind definiert als Nettofinanzschulden abzüglich 50 Prozent des Nominalkapitals der Hybridanleihen in Höhe von 625 Mio. € (31. Dezember 2020: 625 Mio. €), zuzüglich Pensionsrückstellungen in Höhe von 1.460 Mio. € (31. Dezember 2020: 2.009 Mio. €), Genusskapital in Höhe von 413 Mio. € (31. Dezember 2020: 413 Mio. €) und Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1.317 Mio. € (31. Dezember 2020: 1.355 Mio. €). Die wirtschaftlichen Schulden lagen per 30. Juni 2021 bei 4.432 Mio. € (31. Dezember 2020: 5.207 Mio. €). Bei der Ermittlung des Verschuldungsgrads werden die wirtschaftlichen Schulden und das 12-Monats-Operating-EBITDA modifiziert, um eine der Struktur des Konzerns entsprechende finanzielle Steuerung zu ermöglichen. Die wirtschaftlichen Schulden wurden daher rechnerisch um 250 Mio. € (31. Dezember 2020: 250 Mio. €) erhöht, das Operating EBITDA um -355 Mio. € (31. Dezember 2020: -314 Mio. €) vermindert. Zum 30. Juni 2021 ergibt sich somit ein Leverage Factor von 1,5 (31. Dezember 2020: 1,9). Der Rückgang des Leverage Factor ist neben dem gestiegenen operativen Ergebnis auch auf die Verringerung der wirtschaftlichen Schulden zurückzuführen. Die Nettofinanzschulden beliefen sich auf 1.867 Mio. € nach 2.055 Mio. € zum 31. Dezember 2020.

Finanzierungsaktivitäten

Im ersten Halbjahr 2021 wurde die bestehende Liquidität zur vorzeitigen Tilgung diverser Finanzierungsinstrumente genutzt. Zu Jahresbeginn 2021 wurden ein im April 2023 fälliges variabel verzinstes Schuldscheindarlehen über 100 Mio. € und eine im Mai 2021 fällige Anleihe über 500 Mio. € gekündigt und vorzeitig zurückgezahlt. Darüber hinaus wurden im Mai 2021 vorzeitige Rückzahlungen von Teilen der im August 2022, Oktober 2024 und September 2025 fälligen Anleihen in Höhe von insgesamt nominal 428 Mio. € im Rahmen eines öffentlichen Rückkaufangebots vorgenommen. Die revolvierende syndizierte Kreditlinie wurde im Juni 2021 um ein weiteres Jahr, bis 2026, verlängert.

Rating

Bertelsmann richtet seine Finanzierung an den Anforderungen eines Credit Rating der Bonitätsstufe „Baa1/BBB+“ aus. Aktuell wird Bertelsmann von Moody’s mit „Baa2“ (Ausblick: stabil) und von S&P mit „BBB“ (Ausblick: stabil) bewertet. Beide Bonitätsbeurteilungen liegen im Investment-Grade- Bereich. Die Einschätzung zur kurzfristigen Kreditqualität von Bertelsmann wird von Moody’s mit „P-2“ und von S&P mit „A-2“ beurteilt.

Kapitalflussrechnung

Konzern-Kapitalflussrechnung (Kurzfassung)

in Mio. €1. Halbjahr 20211. Halbjahr 2020
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit2381.138
Cashflow aus Investitionstätigkeit575-229
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit-1.8312.219
Zahlungswirksame Veränderung der liquiden Mittel-1.0183.128
Wechselkursbedingte und sonstige Veränderungen der liquiden Mittel582
Liquide Mittel am 1.1.4.6431.643
Liquide Mittel am 30.6.3.6834.773
Abzüglich liquider Mittel der Veräußerungsgruppen-8
Liquide Mittel am 30.6. (laut Konzernbilanz)3.6754.773

Im Berichtszeitraum wurde ein Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von 238 Mio. € generiert (H1 2020: 1.138 Mio. €). Der Rückgang ist unter anderem zurückzuführen auf eine Zunahme des Nettoumlaufvermögens sowie einen Anstieg der Steuerzahlungen infolge der verbesserten Ergebnisentwicklung und höheren Steuervorauszahlungen. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich auf 575 Mio. € nach -229 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf hohe Erlöse aus dem Verkauf von Tochterunternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten zurückzuführen. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag bei -1.831 Mio. € (H1 2020: 2.219 Mio. €). Die Abweichung ist zurückzuführen auf die im Vorjahreszeitraum erzielten Emissionserlöse der begebenen Anleihen und Schuldscheindarlehen, eine Rückkehr zur Dividendenzahlung sowie die im Abschnitt Finanzierungsaktivitäten genannten Tilgungsmaßnahmen. Die liquiden Mittel reduzierten sich auf 3.675 Mio. € zum 30. Juni 2021 (31. Dezember 2020: 4.773 Mio. €). Der Rückgang ist unter anderem auf die Kapitalmarktmaßnahmen zur vorzeitigen Tilgung diverser Finanzierungsinstrumente zurückzuführen.

Investitionen

Im ersten Halbjahr 2021 beliefen sich die Investitionen gemäß Kapitalflussrechnung auf 573 Mio. € (H1 2020: 402 Mio. €). Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte betrugen 166 Mio. € (H1 2020: 174 Mio. €) und entfielen insbesondere auf die RTL Group für Investitionen in Filmrechte sowie auf BMG für den Erwerb von Musikkatalogen. Von den Sachanlageinvestitionen in Höhe von 140 Mio. € (H1 2020: 139 Mio. €) entfiel wie im Vorjahreszeitraum ein Großteil auf Arvato. Für Investitionen in Finanzanlagen wurden 143 Mio. € (H1 2020: 79 Mio. €) aufgewandt. Kaufpreiszahlungen für konsolidierte Beteiligungen (abzüglich erworbener liquider Mittel) lagen im Berichtszeitraum bei 124 Mio. € (H1 2020: 10 Mio. €) und entfielen im Wesentlichen auf die vollständige Übernahme von Super RTL.

Bilanz

Zum 30. Juni 2021 betrug die Bilanzsumme 28,7 Mrd. € (31. Dezember 2020: 29,7 Mrd. €). Die Pensionsrückstellungen verringerten sich auf 1,5 Mrd. € (31. Dezember  2020: 2,0 Mrd. €). Ausschlaggebend für den Rückgang ist neben einem gestiegenen Diskontierungszins auch eine freiwillige Zuführung in Höhe von 200 Mio. € zu dem vom Bertelsmann Pension Trust e. V. treuhänderisch verwalteten Planvermögen. Der Anstieg des Konzernergebnisses erhöhte das Eigenkapital auf 12,1 Mrd. € nach 10,7 Mrd. € zum 31. Dezember 2020. Daraus ergab sich eine Eigenkapitalquote von 42,0 Prozent (31. Dezember 2020: 36,1 Prozent). Die liquiden Mittel reduzierten sich zum 30. Juni 2021 auf 3,7 Mrd. € nach 4,6 Mrd. € zum 31. Dezember 2020. Hintergrund sind unter anderem die in den Finanzierungsaktivitäten genannten Kapitalmarkttransaktionen zur vorzeitigen Tilgung diverser Finanzierungsinstrumente.

Mitarbeiter

Zum 30. Juni 2021 beschäftigte Bertelsmann weltweit 138.567 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Geschäftsverlauf der Bereiche des Konzerns

RTL Group

Die RTL Group verzeichnete vor allem aufgrund steigender TV-Werbeerlöse ein starkes erstes Halbjahr mit kräftigen Zuwächsen beim Umsatz und beim Ergebnis. Zugleich legte die Zahl der Streaming-Abonnent:innen zu und es wurden deutliche Fortschritte beim Aufbau nationaler Media-Champions in Europa erzielt.

Der Umsatz der RTL Group stieg im ersten Halbjahr um 13,7 Prozent auf 3,0 Mrd. € (H1 2020: 2,7 Mrd. €); das Operating EBITDA wurde um 59,0 Prozent auf 583 Mio. € (H1 2020: 367 Mio. €) gesteigert. Treiber dieser Entwicklung waren eine starke Erholung der TV-Werbemärkte vor allem im zweiten Quartal, ein positiver Geschäftsverlauf im globalen Produktionsgeschäft von Fremantle sowie ein dynamisch wachsendes Streaming-Geschäft.

Die Streaming-Dienste TV Now in Deutschland und Videoland in den Niederlanden konnten die Zahl ihrer zahlenden Abonnent:innen – auch dank verschiedener Vertriebspartnerschaften – um 72 Prozent auf zusammen mehr als drei Mio. steigern; der Streaming-Umsatz wuchs um 34 Prozent auf 107 Mio. €.

Die RTL Group vereinbarte im Berichtszeitraum mehrere weitreichende Konsolidierungsschritte mit dem Ziel, nationale Media- Champions zu bilden, die im Wettbewerb mit den globalen Tech-Plattformen bestehen können. Im Mai 2021 verkündeten die Groupe TF1, die Groupe M6, die Groupe Bouygues und die RTL Group Pläne für eine Fusion von Groupe TF1 und Groupe M6. Im Juni 2021 gaben die RTL Group und Talpa Network bekannt, dass sie ihre Sender- und Mediengeschäfte in den Niederlanden zusammenführen wollen. Im selben Monat unterzeichnete die RTL Group eine Vereinbarung über den Verkauf von RTL Belgium an die belgischen Medienunternehmen DPG Media und Groupe Rossel. Alle drei vorgenannten Transaktionen stehen unter dem Vorbehalt der Genehmigungen durch die zuständigen Wettbewerbs- und Aufsichtsbehörden.

Kurz nach Abschluss des ersten Halbjahres verkündete die RTL Group, dass RTL Deutschland mit Bertelsmann die Übernahme der deutschen Magazingeschäfte und - marken von Gruner + Jahr vereinbart hat. Zuvor war bereits die Komplettübernahme von Super RTL vollzogen worden.

Fremantle verzeichnete im ersten Halbjahr ein starkes Umsatzwachstum und kündigte drei Akquisitionen bzw. Anteilsaufstockungen an. Als Teil des Wachstumsplans wurde unter anderem eine neue Global Factual Einheit gegründet, um das Geschäft mit hochwertigen Dokumentationen auszubauen.

Penguin Random House

Penguin Random House verzeichnete in einem von Wandel und wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägten Marktumfeld deutliche Zuwächse beim Umsatz und beim Ergebnis. Die Verlagsgruppe profitierte von den Erfolgen neuer und bewährter Publikationen und einem anhaltenden Audio-Boom in nahezu allen Territorien. Der Umsatz von Penguin Random House stieg um 10,9 Prozent auf 1,8 Mrd. € (H1 2020: 1,6 Mrd. €), das Operating EBITDA legte um 55,1 Prozent auf 324 Mio. € (H1 2020: 209 Mio. €) zu.

Zu den Toptiteln des ersten Halbjahres zählte „The Hill We Climb: An Inaugural Poem for the Country“ von Amanda Gorman, das sich in den USA in den ersten drei Monaten nach der Veröffentlichung 400.000 Mal verkaufte. Von Barack Obamas „A Promised Land“ wurden in Nordamerika in allen Formaten zusammen 750.000 Exemplare abgesetzt, was die Gesamt-Verkaufszahl seit Erscheinen im November 2020 auf 4,8 Mio. Exemplare und weltweit auf mehr als acht Mio. Exemplare erhöhte. Weitere erfolgreiche Titel waren u. a. „The President’s Daughter“ von Bill Clinton und James Patterson, „How to Avoid a Climate Disaster“ von Bill Gates, „The Thursday Murder Club“ von Richard Osman und „Über Menschen“ von Juli Zeh.

Dank seiner hohen Anzahl digital verfügbarer Titel (E-Books, Hörbücher) und seiner hochmodernen Vertriebslogistik für physische Produkte konnte Penguin Random House weiterhin vom beschleunigten Wandel hin zum Onlinevertrieb von Büchern profitieren.

Die Verlagsgruppe gründete im Halbjahr in zahlreichen Märkten neue Verlagsmarken, so etwa Ebury Spotlight in Großbritannien, Penguin Junior in Deutschland und 4 Color Books in den USA. Die spanischsprachige Penguin Random House Grupo Editorial tätigte Verlagszukäufe im Kinder- und Jugendbuchsegment sowie im katalanischsprachigen Markt.

Der im November 2020 angekündigte Erwerb der Verlagsgruppe Simon & Schuster erhielt im Mai 2021 die kartellrechtliche Freigabe durch die britische Competition & Markets Authority (CMA); die Prüfung durch die US-Kartellbehörden dauerte zum Ende des Berichtszeitraums noch an.

Gruner + Jahr

Die Hamburger Verlagstochter Gruner + Jahr verzeichnete trotz andauernder Pandemie ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2021 mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg. Der Umsatz erhöhte sich um 4,6 Prozent auf 548 Mio. € (H1 2020: 524 Mio. €), das Operating EBITDA verdoppelte sich auf 57 Mio. € (H1 2020: 28 Mio. €).

Ursächlich für den positiven Geschäftsverlauf von G+J waren eine im Vergleich zum Vorjahr deutlich positive Entwicklung im Anzeigen- und Vertriebsgeschäft in Print und Digital im zweiten Quartal, fortgeführte Effizienzmaßnahmen sowie ein starkes Umsatz- und Ergebniswachstum der AppLike Group sowie bei Territory. Der Anteil der Digitalgeschäfte am Gesamtumsatz stieg auf 48 Prozent.

Im Rahmen der Bertelsmann Content Alliance entstanden unter Beteiligung von G+J zahlreiche neue Inhalte- und digitale Eventformate. So brachten „Stern“, RTL und NTV den gemeinsamen werktäglichen Podcast „heute wichtig“ heraus. „Stern Crime“ und die Penguin Random House Verlagsgruppe veranstalteten den ersten digitalen „Crime Day“ und mit dem „Maskenmann“ von G+J, UFA und TV Now startete die erste True-Crime-Serie im Streaming. Darüber hinaus engagierte sich G+J in der Initiative „JAhr zur Wahrheit“ für unabhängigen Journalismus.

Nach Abschluss des ersten Halbjahres 2021 wurde bekanntgegeben, dass RTL Deutschland die deutschen Magazingeschäfte und -marken von Gruner + Jahr übernimmt. Das neue Unternehmen soll Anfang 2022 an den Start gehen. Ende Mai verkaufte Gruner + Jahr seine französische Tochter Prisma Media an Vivendi.

BMG

Die Bertelsmann-Musiktochter BMG verzeichnete ein starkes erstes Halbjahr mit Zuwächsen beim Umsatz, getrieben durch organisches Wachstum vor allem im Labelbereich. Das StreamingGeschäft wuchs zweistellig. Der Umsatz von BMG erhöhte sich um 5,2 Prozent auf 296 Mio. € (H1 2020: 282 Mio. €), das Operating EBITDA erreichte 50 Mio. € (H1 2020: 49 Mio. €), was einem Plus von 3,1 Prozent entspricht. Die Halbjahreswerte erreichten damit einen Höchststand seit Neugründung des Unternehmens 2008. Der Erlösanteil digitaler Geschäfte am Gesamtumsatz von BMG stieg auf 62 Prozent (H1 2020: 59 Prozent).

BMG und die global tätige Beteiligungsgesellschaft KKR kündigten im März 2021 eine Allianz für den Erwerb größerer Musikrechtepakete an. Die Zusammenarbeit folgt dem Ziel, Künstler:innen, Songwritern und Katalog-Eigner:innen attraktive Lösungen zur Monetarisierung und Wertsteigerung ihrer Musikrechte zu bieten.

Im Labelgeschäft veröffentlichte BMG erfolgreiche neue Werke von AJR sowie Parmalee & Blanco Brown in den USA, von den No Angels und Kontra K in Deutschland sowie von KSI und Gary Numan in Großbritannien. BMG steigerte die Albumverkäufe auf dem britischen Markt im Berichtszeitraum um zehn Prozent und übertraf das Marktwachstum damit um ein Vielfaches. Neue Labelverträge wurden mit Louis Tomlinson, den No Angels und Duran Duran abgeschlossen.

Im Verlagsgeschäft erzielten Alben von DJ Khaled in den USA sowie Ufo361 und Helloween in Deutschland hohe Chart-Platzierungen. BMG-Songwriter Tyron Hapi war am Charthit „Astronaut In The Ocean“ von Masked Wolf beteiligt, der mehr als 600 Mio. Streams auf Spotify erzielte. Die Scorpions und Robin Schulz verlängerten ihre Verlagsverträge, Max Giesinger erweiterte seinen Labelvertrag um den Bereich Publishing.

Der Videostreamingdienst Netflix schloss mit BMG einen langfristigen, exklusiven Vertrag über die Verwaltung seiner Musikveröffentlichungsrechte außerhalb der USA ab. Eine Partnerschaft mit Roblox eröffnet Künstler:innen und Songwriter:innen neue Möglichkeiten im Gaming-Bereich. Im Zuge der jüngsten Fairness-Initiative beschleunigte BMG die Zahlungen an 20.000 US-amerikanische und britische Songwriter:innen mit alten Verträgen.

Arvato

Die im Geschäftsbereich Arvato zusammengefassten Dienstleistungsaktivitäten von Bertelsmann haben sich in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2021 sehr gut entwickelt. In Summe konnte die international agierende Services- Gruppe sowohl den Umsatz als auch das operative Ergebnis deutlich verbessern. Der Umsatz wuchs um 16,3 Prozent auf 2,4 Mrd. € (H1 2020: 2,1 Mrd. €), das Operating EBITDA stieg um 31,2 Prozent auf 400 Mio. € (H1 2020: 305 Mio. €).

Die Logistikdienstleistungsgeschäfte von Arvato Supply Chain Solutions wuchsen in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres dynamisch und profitabel. Die Solution Group profitierte insbesondere von der Tatsache, dass die Pandemie die Verlagerung des weltweiten Handels in Richtung E-Commerce stark beschleunigt hat. Das weltweite Standortnetzwerk wurde durch den Aufbau neuer und den Ausbau bestehender Distributionszentren unter anderem in Deutschland und der Türkei weiter gestärkt. Zudem wurde in die Ausstattung ausgewählter Standorte mit modernster Automatisierungstechnologie investiert, um auch langfristig vorhandene Wachstumspotenziale ausschöpfen zu können.

Umsatz und Ergebnis von Arvato Financial Solutions sind im Berichtszeitraum aufgrund von Portfolioeffekten (Verkauf von 60 Prozent des Risk-Management-Geschäfts an den Informationsdienstleister Experian im Jahr 2020) und staatlichen Regulierungen im Geschäftsfeld Forderungsmanagement in Deutschland und Norwegen erwartungsgemäß zurückgegangen. Eine sehr positive Umsatzentwicklung verzeichnete der Finanzdienstleiter hingegen im Bereich „Pay after Delivery“. Zudem wuchs das Forderungsmanagementgeschäft in Großbritannien, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden in den ersten sechs Monaten profitabel.

Auch der IT-Dienstleister Arvato Systems entwickelte sich im ersten Halbjahr 2021 positiv, schloss neue Kundenverträge ab und baute seine strategischen Partnerschaften mit großen internationalen Software- und Internetkonzernen weiter aus. Microsoft verifizierte Arvato Systems mit 16 Gold-Kompetenzen und einer Silber-Kompetenz als Top-Partner. Im Cloud-Umfeld erhielt das Unternehmen unter anderem den „AWS Well-Architected Partner“-Status von Amazon Webservices. Da IT-Security eine immer wichtigere Rolle spielt, trat Arvato Systems unter anderem der Microsoft Intelligent Security Association (MISA) bei.

Das globale Customer-Experience-Unternehmen Majorel, das von Bertelsmann und der Saham Group gemeinsam betrieben und bei Bertelsmann voll konsolidiert wird, hat sich im ersten Halbjahr 2021 sehr dynamisch entwickelt und konnte erneut sowohl den Umsatz als auch das Ergebnis steigern. Gewachsen ist das Unternehmen durch den Ausbau der weltweiten Geschäftsbeziehungen mit seinen Kunden, insbesondere seinen globalen Internetkunden. Besonderes Augenmerk lag ferner auf der weiteren Expansion in digitale Customer-Experience-Services und integrierte Front- und Back-Office-Lösungen. Darüber hinaus hat Majorel Anfang des Jahres von Bertelsmann das Arvato-CRM-Geschäft in China erworben und damit seine Position in diesem wichtigen Wachstumsmarkt gestärkt. Schließlich hat Majorel Junokai, eines der führenden Customer-Experience- Beratungshäuser in der DACHRegion, erworben, um sein Beratungsportfolio entlang der Customer Journey weiter auszubauen.

Bertelsmann Printing Group

Der in Europa und Nordamerika tätige Druck- und Marketingdienstleister Bertelsmann Printing Group (BPG) verzeichnete im ersten Halbjahr 2021 einen Umsatzrückgang aufgrund der unverändert herausfordernden Lage auf den für die Gruppe relevanten Druckmärkten um 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 624 Mio. € (H1 2020: 650 Mio. €). Das Operating EBITDA hingegen stieg aufgrund von Kostenmaßnahmen, Automatisierungsinitiativen und fortgesetztem Wachstum in den Marketingdienstleistungen auf 26 Mio. € (H1 2020: 19 Mio. €, plus 36,8 Prozent).

Die Druckgeschäfte in Deutschland verzeichneten in den ersten sechs Monaten einen deutlichen Umsatzrückgang. Dieser geht insbesondere auf die planmäßig Ende April 2021 erfolgte Beendigung der Produktion am Tiefdruckstandort Nürnberg zurück. Die Offsetdruckerei Mohn Media sowie das auf Printlösungen für Buchverlage spezialisierte Unternehmen GGP Media hingegen verzeichneten in den ersten sechs Monaten des Jahres einen insgesamt positiven Geschäftsverlauf mit einer soliden Auftragslage.

Aufgrund einer positiven Entwicklung bei Bestands- und Neukunden konnten die Multichannel-Marketinggeschäfte Dialog und Campaign Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verbessern. Das Multipartnerprogramm DeutschlandCard konnte in den ersten sechs Monaten neue Programmpartner gewinnen sowie seine digitalen Angebote weiter nachhaltig ausbauen.

Bei den internationalen Druckaktivitäten der Gruppe zeigt sich ein differenziertes Bild. Während Prinovis in Großbritannien vor allem aufgrund rückläufiger Volumina bei den Beilage- Objekten der großen Zeitungsverlage erneut unter Druck stand, verbesserten sich die Geschäfte der Druckereigruppe in den USA. Die zwei Ende 2020 übernommenen Buchproduktionsstandorte in Fairfield und Martinsburg wurden im ersten Halbjahr erfolgreich in die Gruppe integriert.

Die Replikations- und Verpackungsspezialisten der BPG haben sich in einem weiterhin rückläufigen Markt erneut gut behauptet und konnten den Umsatz moderat steigern. Ein Grund für diese Entwicklung war der weitere Ausbau des Geschäfts mit nachhaltigen Verpackungslösungen für die Lebensmittelbranche.

Bertelsmann Education Group

Die Bertelsmann Education Group wies im ersten Halbjahr bedingt durch Portfolio- und Wechselkurseffekte einen Umsatzrückgang auf; das Ergebnis legte dennoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Bereinigt um Wechselkurseffekte profitierten sowohl der auf Aus- und Weiterbildungen für das Gesundheitswesen spezialisierte E-Learning-Anbieter Relias als auch die Alliant International University mit dem Fokus auf Psychologie und Pädagogik von einer steigenden Nachfrage und Umsatzzuwächsen.

Im Ausweis erzielten die Bertelsmann-Bildungsgeschäfte insgesamt einen Umsatz von 136 Mio. €, ein Minus von 13,9 Prozent (H1 2020: 158 Mio. €). Das Operating EBITDA der Bertelsmann Education Group lag bei 44 Mio. € (H1 2020: 40 Mio. €, plus 10,0 Prozent). Umsatzrückgang und Ergebnissteigerung sind im Wesentlichen im Verkauf eines Großteils des Geschäftsbetriebs des US-Hochschuldienstleisters HotChalk im vierten Quartal 2020 begründet. Ungeachtet der Portfolio und Wechselkurseffekte legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum organisch um 5,5 Prozent zu.

Das Online-Kursangebot von Relias war auch im ersten Halbjahr weiterhin stark nachgefragt. Das Unternehmen bietet seine Covid-19-Präventionskurse seit 2020 zudem weltweit kostenfrei an, setzt auf digitalisierte, cloudbasierte und datengestützte Bildungsformate und baute sein Portfolio im Berichtszeitraum weiter aus. So richtet sich beispielsweise ein neu entwickeltes digitales Home Health Aide Certification Program an Gesundheitseinrichtungen der ambulanten Pflege, die dem gestiegenen Bedarf an häuslicher Pflege in den USA begegnen wollen.

Der Online-Bildungsanbieter Udacity, an dem Bertelsmann maßgeblich beteiligt ist, verzeichnete ein steigendes Interesse an Nanodegree-Kursen, insbesondere auch von Unternehmen und Regierungen, und ein insgesamt wachsendes Geschäft. Das Unternehmen erweiterte sein Kursangebot unter anderem um Cybersecurity-Programme, um die wachsende Nachfrage von Firmen und Behörden nach qualifizierten Fachkräften auf diesem Gebiet zu bedienen. Durch die weltweite Ausrichtung dieser Programme will Udacity zudem die Vielfalt der Cybersecurity- Expert: innen erhöhen, damit Firmen besser auf die unterschiedlichen Hintergründe von IT-Kriminalität eingehen können.

Die Alliant International University weist Umsatzzuwächse auf, die vor allem auf den kontinuierlichen Ausbau des Onlineangebots zurückzuführen sind.

Bertelsmann Investments

Bertelsmann Investments tätigte im Berichtszeitraum 46 Neu- und Folgeinvestitionen, mehrheitlich über die Fonds Bertelsmann Asia Investments (BAI) und Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI). Außerdem gelangen neun Exits, sodass Bertelsmann Investments zum 30. Juni 2021 insgesamt 269 Start-up-Beteiligungen hielt.

BAI unternahm im Berichtszeitraum 26 Neu- und Folgeinvestitionen, etwa in die Pharmazieunternehmen ComMedX, NeoX und Galixir, die auf Grundlage von künstlicher Intelligenz Medikamente für schwer heilbare Krankheiten entwickeln und testen. Darüber hinaus verzeichnete BAI erfolgreiche Börsengänge von Linklogis, einem der führenden chinesischen Technologieunternehmen, sowie von DingDong Fresh, einem chinesischen Lieferservice für frische Lebensmittel.

In Brasilien baute Bertelsmann sein Engagement im Bildungsmarkt aus. Bertelsmann unterzeichnete den Erwerb eines Kapitalanteils von 25 Prozent sowie von 46 Prozent der Stimmrechte an Afya, dem führenden Anbieter für medizinische Aus- und Weiterbildung in Brasilien, für rund 500 Mio. €. Bertelsmann Brazil Investments hat Afya gemeinsam mit dem Fonds Crescera Investimentos gegründet und aufgebaut.

BDMI tätigte 17 Neu- und Folgeinvestitionen, darunter in den Non-Fungible-Token-Marktplatz Infinite Objects, in die Freelance-Banking-App Lance sowie in My Yoga Teacher, einen Onlineanbieter für Yoga-Kurse. Der Fonds profitierte von erfolgreichen Exits aus der Podcast-Plattform Wondery, dem Anbieter für programmatische Werbung Pubmatic sowie aus Barkbox, einem Abonnementservice für Tierbedarf.

In Indien stärkte Bertelsmann India Investments (BII) sein Portfolio mit Folgeinvestitionen in die indische Direct-to- Consumer-Food-Plattform Licious und den E-Commerce- Dienstleister Shiprocket. Außerdem profitierte BII von einem erfolgreichen zweiten Teil-Exit aus Eruditus. BII hält weiterhin einen signifikanten Anteil an der globalen Weiterbildungsplattform für Führungskräfte, die das erste „Unicorn“ des BII- Portfolios darstellt.

Die Geschäftsentwicklung von Bertelsmann Investments wird im Wesentlichen anhand des EBIT berichtet. Das EBIT betrug 188 Mio. € (H1 2020: 23 Mio. €).

Nachtragsbericht

Am 6. August 2021 wurde bekanntgegeben, dass RTL Deutschland die deutschen Magazingeschäfte und - marken von Gruner + Jahr übernimmt. Bereits im Februar 2021 wurde verkündet, dass die beiden Unternehmen eine noch engere Zusammenarbeit ergebnisoffen prüfen. Mit dem Zusammenschluss wird ein nationaler Cross-Media-Champion gebildet, der Inhalte und Marken in einer Hand zusammenführt und so ein gattungsübergreifendes Wachstumsbündnis schafft. Der Abschluss der Transaktion ist für den 1. Januar 2022 vorgesehen.

Ebenfalls Anfang August 2021 vollzog Bertelsmann den Anteilserwerb am brasilianischen Bildungsunternehmen Afya. Bereits im Juni 2021 informierte Bertelsmann darüber, sein globales Bildungsgeschäft weiter auszubauen und 25 Prozent der Kapitalanteile sowie 46 Prozent der Stimmrechte an Afya zu erwerben. Das Nasdaq-notierte Unternehmen ist ein führender Anbieter für medizinische Aus- und Weiterbildung in Brasilien. Bertelsmann erwarb die Anteile an Afya von Crescera Educacional II, einem Fonds, der 2014 von Crescera Capital mit Bertelsmann als Hauptinvestor aufgelegt wurde.

Im August 2021 hat ein Tochterunternehmen der RTL Group eine verbindliche Vereinbarung über den Verkauf ihrer Beteiligung am Mobile-Gaming-Unternehmen Ludia unterzeichnet. Die Transaktion – mit einer erwarteten Gegenleistung in Höhe eines geringen dreistelligen Millionenbetrags – steht unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen.

Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagementsystem

Für die Beschreibung des Risikomanagementsystems (RMS) sowie des rechnungslegungsbezogenen RMS und des Internen Kontrollsystems (IKS) von Bertelsmann wird auf den zusammengefassten Lagebericht 2020 verwiesen.

Wesentliche Veränderungen der Risiken im Vergleich zum zusammengefassten Lagebericht 2020

Hinsichtlich der Darstellung der wesentlichen Risiken wird ebenfalls auf die jeweiligen Angaben im zusammengefassten Lagebericht 2020 verwiesen. Insgesamt gelten zum 30. Juni 2020 die gleichen Konzernrisiken als wesentlich wie bereits zum 31. Dezember 2020. Jedoch hat sich die Bedeutung einzelner Risikoarten im Hinblick auf die künftige Geschäftsentwicklung von Bertelsmann verändert. Trotz einer vorsichtig optimistischeren Einschätzung der pandemiebedingten Risiken stellen die konjunkturellen Risiken aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten hinsichtlich der Auswirkungen der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie weiterhin das bedeutendste Risiko im Konzern dar.

Strategische und operative Risiken

Insgesamt sind die Risiken des Konzerns gegenüber der Darstellung im zusammengefassten Lagebericht 2020 leicht rückläufig. Hierzu trägt insbesondere eine über den Erwartungen liegende Entwicklung der Film- und Fernsehproduktionen bei Fremantle bei. Weiterhin konnte Penguin Random House US die Lieferantenrisiken durch Implementierung weiterer Gegenmaßnahmen, wie beispielsweise eines optimierten Lieferantenmanagements, reduzieren. Risikoreduzierend wirken zudem die Verkäufe von SpotX bei der RTL Group und Prisma Media bei Gruner + Jahr. Aufgrund der andauernden Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie besteht das wesentliche Risiko der werbefinanzierten Geschäfte der RTL Group und von Gruner + Jahr in einem möglichen wirtschaftlichen Abschwung.

Rechtliche und regulatorische Risiken

Im Rahmen der strategischen Ausrichtung plant Bertelsmann Unternehmenszusammenschlüsse von Penguin Random House und Simon & Schuster, RTL Nederland und Talpa sowie Groupe M6 und Groupe TF1, für die in den jeweiligen Ländern noch Genehmigungen der zuständigen Behörden ausstehen. Weiterhin können veränderte regulatorische Rahmenbedingungen, bspw. aus der Novellierung des Urheberrechts, Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle von Bertelsmann haben. Hinsichtlich weiterer rechtlicher und regulatorischer Risiken wird auf den auf den zusammengefassten Lagebericht 2020 verwiesen.

Finanzmarktrisiken

Die Finanzmarktrisiken sind im Vergleich zum zusammengefassten Lagebericht 2020 insgesamt gestiegen. Eine gestiegene Zinssensitivität aus variablen Zinsbindungen bei der Liquiditätsanlage sowie die Zunahme währungssensitiver Positionen tragen hierzu bei.

Gesamtrisiko

Die Gesamtrisikoposition hat sich insgesamt leicht reduziert. Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie sind zum 30. Juni 2021 für Bertelsmann keine bestandsgefährdenden Risiken festzustellen.

Chancen

Die Einschätzung der Chancen hat sich im Vergleich zur Darstellung im zusammengefassten Lagebericht 2020 nicht wesentlich geändert.

Prognosebericht

Mit Blick auf das Gesamtjahr 2021 wird erwartet, dass die Weltwirtschaft sich zunehmend von den negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie erholt. Von dem Wegfall der pandemiebedingten Restriktionen werden vor allem der zuvor besonders belastete stationäre Handel sowie die kontaktintensiven Dienstleistungen profitieren. In der Industrie werden die bestehenden Lieferengpässe allerdings die Produktion vieler Unternehmen beeinträchtigen und auch den Druck auf die Preise weiter erhöhen. Gemäß den Konjunktureinschätzungen des Instituts für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW) wird mit einem Anstieg der Weltproduktion um 6,7 Prozent für das Jahr 2021 gerechnet. Dies liegt leicht über den bisherigen Erwartungen.

Im Euroraum nimmt die konjunkturelle Erholung an Fahrt auf. Insgesamt rechnet das IfW für den Euroraum mit einem Wachstum des realen BIP von 5,3 Prozent für das Jahr 2021. Dabei wird das BIP in Deutschland erwartungsgemäß um 3,9 Prozent steigen. In Frankreich wird mit einem Wachstum von 6,1 Prozent gerechnet. Auch für Großbritannien wird eine Erholung erwartet. Nach Einschätzung des IfW könnte das reale BIP im Jahr 2021 um 6,8 Prozent wachsen. Der Konjunkturausblick für die USA ist ebenfalls nach oben gerichtet. Das IfW rechnet im Jahr 2021 mit einem Wachstum des realen BIP um 6,7 Prozent. Die vergleichsweise hohen Wachstumsprognosen liegen zum großen Teil an Aufholeffekten, da viele Länder im Vorjahr wegen der Corona-Pandemie eine Rezession von historischem Ausmaß erlebten.

Die vorliegenden Einschätzungen unterliegen einem besonders hohen Maß an Unsicherheit. Die Bewertung der wirtschaftlichen Folgen der andauernden Corona-Pandemie sind nur vorläufig abzuschätzen und daher unzureichend prognostizierbar. Darüber hinaus könnten geopolitische Krisen, Staatsdefizite, Währungsturbulenzen oder die Einführung höherer Zölle infolge zunehmender protektionistischer Tendenzen die Wirtschaftsentwicklung zusätzlich beeinträchtigen. Die hieraus resultierenden Entwicklungen könnten sich negativ auf die Konjunkturlage auswirken, die ein wichtiger Einflussfaktor für die Geschäftsentwicklung von Bertelsmann ist.

Angesichts des Geschäftsverlaufs im Berichtszeitraum und der insgesamt stärkeren Erholung der relevanten Märkte wird der Konzernausblick für 2021 angehoben. Bertelsmann rechnet nunmehr für das Operating EBITDA im laufenden Geschäftsjahr ohne die im Geschäftsjahr 2020 erzielten Veräußerungsgewinne aus Immobilientransaktionen sowie unter Berücksichtigung fortgesetzter Aufwendungen im Streaming- Bereich und Investitionen im Bereich Technologie und Daten mit einem deutlichen bis starken Anstieg (Prognoseangaben aus dem zusammengefassten Lagebericht 2020: stabile Entwicklung). Einschließlich der im Geschäftsjahr 2020 erzielten Veräußerungsgewinne aus Immobilientransaktionen wird für das Geschäftsjahr 2021 nun ein moderat rückläufiges Operating EBITDA erwartet (Prognoseangaben aus dem zusammengefassten Lagebericht 2020: stark rückläufig). Alle weiteren Prognoseangaben aus dem zusammengefassten Lagebericht 2020 bleiben unverändert bestehen.

Den Prognosen liegt die gegenwärtige Geschäftsausrichtung des Bertelsmann-Konzerns zugrunde, die im Kapitel „Unternehmensprofil“ dargelegt ist. Generell spiegeln die Prognosen eine Risiko- und Chancenabwägung wider; sie basieren auf der operativen Planung und der mittelfristigen Vorschau für die Unternehmensbereiche. Alle Aussagen hinsichtlich der möglichen zukünftigen konjunkturellen und geschäftlichen Entwicklung stellen Einschätzungen dar, die auf Basis der derzeit zur Verfügung stehenden Informationen getroffen wurden. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen und/oder weitere Risiken eintreten, können die tatsächlichen Ergebnisse von den erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr für die Angaben kann daher nicht übernommen werden.